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Olympia 2026

Olympia 2026: Trainer Nydegger musste Feierbiest von Allmen bremsen

Switzerland's Franjo von Allmen, left, speaks to Reto Nydegger, right, men's speed coach for Swiss-ski federation during the inspection ahead of the men's third official alpine skiing d ...
Speedchef Reto Nydegger mit Schützling Franjo von Allmen (l.).Bild: keystone

Trainer Nydegger musste Feierbiest von Allmen nach Team-Kombi bremsen

Franjo von Allmen begeistert an seinen ersten Olympischen Spielen auch seinen langjährigen Begleiter Reto Nydegger. Der Speed-Trainer erklärt, was aus seiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg war.
11.02.2026, 18:0611.02.2026, 18:06
michael lehmann, bormio / keystone-sda

Unerwartet – dieses Wort fällt Reto Nydegger nach dem dritten Gold-Triumph von Franjo Von Allmen zuerst ein. Nicht, weil er den 24-Jährigen unterschätzt hätte, sondern weil er sich grundsätzlich nie von Euphorie leiten lässt. «Ich gehe bei jedem Rennen an den Berg und denke: Vielleicht gehen wir heute leer aus.» Denn selbst bei einem so starken Team wie dem der Schweiz bleiben im Skisport viele Faktoren unberechenbar.

Gold medalist Franjo von Allmen of Switzerland celebrates on the podium after the men's alpine skiing Super-G race at the 2026 Olympic Winter Games at the Stelvio Ski centre in Bormio, Italy, on  ...
Langsam kennt er es: Franjo von Allmen holte sich heute die dritte olympische Goldmedaille ab.Bild: keystone

Umso grösser ist die Freude, wenn alles aufgeht: Fünf Medaillen haben die Schweizer Alpinen nach drei Rennen geholt. Von Allmen überstrahlt mit seiner dritten Goldmedaille aber alles. «Damit konnte und durfte man nicht rechnen», sagt Nydegger. «Bei Franjo geht im Moment einfach alles auf. Das soll er geniessen, im Sport kann es schnell anders laufen.»

Crans-Montana als Schlüssel

Entscheidend für Von Allmens Erfolg war aus Nydeggers Sicht die Abfahrt in Crans-Montana kurz vor den Winterspielen. Der 24-Jährige gewann dort mit grossem Vorsprung auf die Konkurrenz und konnte damit die Enttäuschung von Kitzbühel sofort abschütteln. «Dieses Rennen gab ihm Sicherheit und zeigte ihm: Ich muss nichts Verrücktes machen, nur sauber fahren.»

Auch die Rahmenbedingungen in Bormio seien ideal. Das Team-Hotel liegt gleich neben der Seilbahn zur Piste. «Die Fahrer können nach der Besichtigung zurück, sich hinlegen, wenn nötig. Dazu gibt es gutes Essen, und am Nachmittag spielen wir Pingpong oder etwas anderes», erzählt der Trainer. Das helfe, den Kopf freizubekommen und Spannung neu aufzubauen.

Nachtruhe nach Kombi-Gold

Ein zentraler Faktor bleibt für Nydegger aber die Erholung. Bei Olympischen Spielen kommt diese oft zu kurz: Medaillenfeiern und Interviews kosten Energie, gefeiert wird manchmal bis spät. So war es jedenfalls nach dem Sieg vom Samstag. «Ich sagte nach der Abfahrt zwar, wir geben nicht Vollgas», sagt Von Allmen rückblickend. «Aber leider bin ich manchmal ein bisschen labil.»

Gold medalist Franjo von Allmen of Switzerland, right, in the Superman pose next to Stefan Rogentin of Switzerland, left, after the men's alpine skiing Super-G race at the 2026 Olympic Winter Gam ...
Franjo von Allmen hat sich beim Feiern nicht immer im Griff.Bild: keystone

In der Team-Kombination wurde der doch etwas längere Ausgang fast zum Problem, im unteren Teil fehlte ihm Kraft. Gold sicherte Tanguy Nef, der im Slalom von Rang 4 auf 1 fuhr. Bei der nächsten Feier sagte Nydegger deshalb zu Von Allmen: «Heute sind wir beide vor Mitternacht im Bett.» Den Polizisten habe er aber nicht spielen müssen. «Franjo war auch müde. Ausserdem wussten wir beide: Da liegt noch etwas drin.»

Odermatt einmal nur in zweiter Reihe

Marco Odermatt kennt das Gefühl, wenn alles läuft. Er reiste als grosser Favorit an, besonders in den Speed-Disziplinen, auf die er in der Vorbereitung den Fokus gelegt hatte. Nun stehen Rang 4 in der Abfahrt, Silber in der Team-Kombi und Bronze im Super-G zu Buche. Für viele wäre das eine hervorragende Ausbeute, doch für jemanden wie Odermatt zählt inzwischen nur Gold. Über Bronze im Super-G sagt er, er sei zufrieden, «aber nicht überglücklich».

Switzerland's Marco Odermatt poses with the bronze medal of a men's super-G race, at the 2026 Winter Olympics, in Bormio, Italy, Wednesday, Feb.11, 2026. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
M ...
Marco Odermatt blieb bisher ohne Triumph bei Olympia.Bild: keystone

«Odi kam mit anderen Erwartungen hierher», sagt Nydegger. Vor allem die Abfahrt, als unklar blieb, wo Zeit verloren ging, belastete ihn. Gemeinsam analysierten sie die Fahrt. «Er braucht das, um abzuschliessen und den Kopf frei zu bekommen.» Auch die Zeit mit seinen Liebsten habe ihm geholfen – in der Abfahrt der Team-Kombi war er vor Von Allmen. Im Super-G schlug der Berner Oberländer jedoch wieder zurück.

Am Ende machte die Unbekümmertheit den Unterschied, glaubt Nydegger. «Für Franjo sind es die ersten Spiele. Er fährt befreit und lässt sich vom Trubel nicht beeinflussen. Das zeichnet ihn aus.» (nih/sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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urwald
11.02.2026 18:38registriert August 2014
Ich gehe stark davon aus, dass er sich heute weniger zurückhält. Heya Franjo, geilä Siech!
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Hector B.
11.02.2026 19:33registriert Februar 2022
Reto Nydegger macht einen tollen Job. Grosses Komliment!
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001506.b818b2f8@apple
11.02.2026 20:14registriert Juli 2021
Vermutlich leidet Odermatt nicht nur unter dem persönlichen Ehrgeiz, der ja durchaus positiv ist, sondern eben auch unter dem Druck, den die Öffentlichkeit auf ihn ausübt. Von Allmen segelt da quasi unten durch und kann einfach sein Ding machen. Aber Odi hat ja auch schon Olympia-Gold und ist damit ebenfalls verewigt. Ist doch gut, wenn Team-intern auch Konkurrenz da ist.
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Franjo von Allmen kann sich über seine dritte olympische Goldmedaille freuen. Der Berner Oberländer wähnt sich nach dem Super-G in einem Traum, aus dem er nicht aufwachen will.
Am Samstag die Abfahrt, am Montag die Team-Kombination und am heutigen Mittwoch der Super-G. Seine drei Siege sorgen auch bei von Allmen selbst fast für Sprachlosigkeit.
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